Der Kauz-Talk 1
Internet und so
Talk an der Kauz-Bar
Zyni, Protzi und Realo treffen sich in unregelmässigen Abständen an der Kauz-Bar um über Gott und die Welt, das Internet und die Informatik zu plaudern.
Protzi: Ich mag nicht mehr, ich hab genug, dauernd quatscht irgendeiner vom Platzen des Internet-Hypes. Und wenn alle so sprechen, handeln alle so, und wenn alle so handeln, wie wenn der Weltuntergang bevorsteht, ja dann Gute Nacht.
Zyni: Du hast doch bloss Angst um Deinen Mercedes.
Protzi: Klar, aber wenn ich den Mercedes nicht mehr halten kann, dann verdient auch der Garagist weniger, sein Automechaniker wird irgendwann entlassen, er kauft nun viel weniger ein und auch der Lebensmittelhändler hat weniger Einkommen und und und
Realo: Nun mal halt, Protzi, wo würdest denn Du heute stehen, ohne den Internet-Hype? Du wärst doch noch immer im Büro der Krankenkasse tätig, oder?
Zyni: Jawohl, und du würdest noch immer mit dem alten Ford Mondeo mit 20 Franken-Noten von Tanksäule zu Tanksäeule hüpfen.
Protzi: Hört doch auf, ihr seid doch nur neidisch, dass ich damals den richtigen Weg eingeschlagen habe, und mir Leute gesucht habe, die etwas vom Internet verstehen.
Realo: Ja, das ist es ja eben, hättest du das selber gelernt, dann hättest du heute keine Sorgen um deinen Mercedes, sondern würdest mit einem bezahlten Mittelklasse-Audi vorfahren.
Protzi: Tatsache ist, dass ich den richtigen Weg gegangen bin Punkt.
Zyni: Aber wenn damals nicht alle nach dem Internet geschrieen hätten, wenn nicht alle an die Zukunft geglaubt hätten, wenn nicht viele Investoren auf diesen Zug aufgesprungen wären, dann gäbe es heute gar kein Internet!
Realo: Willst Du damit sagen, dass wenn man an etwas glaubt, dann kann es auch so kommen wie man geglaubt hat.
Protzi: Richtig, und jetzt glauben alle, dass das grosse Geld mit Internet vorbei sei, und so wird es auch kommen.
Zyni: Also, nochmals, so dass ich es auch verstehe, wenn einer an etwas glaubt, dann besteht die Möglichkeit, dass das Geglaubte eintritt? Und wenn viele an etwas glauben, dann wird die Wahrscheinlichkeit immer grösser dass dies auch wirklich kommt?
Protzi: Aber hallo, du hast es geschnallt!
Realo: Also, wenn ich jetzt glaube, dass dein Mercedes bald nicht mehr dein Mercedes sein wird, dann kann dies so sein?
Protzi: Nein, nein, Du kannst nur für Dich glauben, viele Leute können an grosse Aufgaben glauben!
Zyni: Also, nochmals, wenn alle an Frieden und Gesundheit glauben würden, dann wäre auch Frieden? Also gibt es sehr viele Leute, die nicht an Frieden und Zufriedenheit glauben!
Realo, Protzi: Ähem, wir müssen jetzt gehen, tschou.
Bis zum nächsten Mal...
Swiss-Air
Zyni, Protzi und Realo treffen sich in unregelmässigen Abständen an der Kauz-Bar um über Gott und die Welt, das Internet und die Informatik zu plaudern.
Protzi: Alles Fassade. Alles reine Fassade, dahinter lauter Luft.
Zyni: Hallo Protzi, wo drückt der Schuh?
Protzi: Könnt Ihr Euch noch an die schweizerische Airlines erinnern, die Swissair?
Realo: Natürlich, oder hältst Du uns für doof? Die ist ja jetzt laufend in der Zeitung, wegen Nachlass und so...
Protzi: Sicher seit Ihr nicht doof, aber ich meine die Swissair vor 10 Jahren, damals als alle noch stolz waren, bei der Swissair zu arbeiten, damals, als der Name Swissair noch für Qualität stand, dort wo man noch stolz war, eine eigene Schweizerische Fluglinie zu haben, damals als man im Ausland neidisch auf uns schaute, auf unsere Fluggesellschaft, damals als unsere Swissair ein Markenzeichen war, damals als wir Schweizer uns mit der Swissair identifizierten.
Zyni: Hei, Protzi, das war ja eine richtige enthusiastische Rede von Dir! Was ist los, die Swissair ist ja jetzt halt gescheitert. Das geschieht halt in der Wirtschaft schon ab und zu..
Realo: Protzi hat ja schon recht, es war ein gutes Gefühl, sich auf die Swissair zu verlassen, zu wissen man hat das selbe Logo wie die Swissair auf seinem Schweizer Pass. Das hat man uns ja jetzt alles weggenommen. Mir fehlt das ein bisschen jetzt.
Zyni: Halt, halt Realo, nicht weinen, es geht ja weiter..
Realo: Ja, aber wie geht es weiter? Die dürfen nicht mehr Swissair heissen, dafür finanzieren wir das mit unseren Steuergeldern, also jetzt bezahlen wir heute für etwas, wo wir früher gratis hatten, und erst noch mit der absoluten Identifikation!
Protzi: Aber wenigstens geht's weiter!
Realo: Ja, ab sofort heissen die "swiss", und wenn die gleichen macht- und geldgierigen Leute dort mitmachen wie vorher, dann geht das nächste Mal nicht nur eine Fluggesellschaft kaputt, sondern der ganze Name "swiss". Damit auch die Schweiz! Ist sich dieser Francokanadischer Star-Abzocker, eh, Star-Designer überhaupt bewusst, was er da anrichtet?
Zyni: Heisst dies dann auch, dass jetzt jede Firma einfach einen Landesnamen oder einen Ortsnamen verwenden kann, auch im Internet?
Warum streitet dann die Stadtverwaltung Luzern vor Bundesgericht um den Namen www.luzern.ch ?
Wenn der Name "swiss" erlaubt wird, kann es doch nicht sein, dass mit Steuergelder um den Namen der Stadt Luzern gestritten wird?
Protzi: Ja, so sehe ich dies auch. Ich reserviere jetzt sofort st.moritz.ch und davos.ch! Ebenso möchte ich noch zug.ch. Ach ja, warum nennen sich die SBB nicht zug? wäre ja auch möglich oder? Und die Stadt Zug hätte sicher nichts dagegen, oder?
Zyni: Ja, wisst Ihr, diese Leute an der Spitze der swissair, die haben halt noch nie Ihr eigenes Geld ausgegeben, die haben nur immer Lohn kassiert, viele Aufgaben erledigt, viel Verantwortung getragen, aber eben nie das eigene Geld!
Das sind alles solche Kapitäne, die können bei ruhigem Wasser sogar ein Segelschiff über den Atlantik bringen, das kann ja jeder von uns, nur was machen, wenn ein Lüftlein aus der falschen Richtung weht?
Sofort nach dem Verwalter der Meere schreien und man soll gefälligst eine asphaltierte Strasse über den Atlantik bauen?
Solche selbstgefälligen Kapitäne haben noch keine Wirtschaft belebt! Jeder Kleinunternehmer ist ein viel besserer Kapitän, denn er hat nur sein eigenes Geld, das er durch Sonne, Wind und Wetter führen darf und kann!
Realo: Dann meinst Du also, das der Malermeister Müller aus dem Emmental, mit 10 Angestellten, genau so gut eine Airlines mit Staatsgarantie leiten kann, wie ein gebildeter Mensch mit Hochschulabschluss?
Protzi: He, mal nicht so abschätzig gegenüber meinen Kollegen, dem Malermeister Müller! Der könnte dies sicher mindestens genau so gut, wie die von Assistenten und Beratern umschwärmten Führungsleute. Und vermutlich würde er in seiner Umgebung wieder ein Feuer entfachen, das Feuer der Begeisterung, Mitarbeiter würden wieder zu Fan's der Swissair.
Zyni: Ja, Realo, wenn ich mir Deine Aussage so überlege, kommt mir langsam so ein Verdacht auf: Schaut mal in die Politik, welche Bundesräte waren da am beliebtesten und hatten den meisten Erfolg? Das war doch der Willy Ritschard und der da aus Kandersteg, der Ogi. Beide hatten eine normale Schulbildung. Die studierten Bundesräte, zum Beispiel der Leuenberger hatten erheblich mehr Mühe, sich am Erfolg messen zu lassen.
Realo:Nun mal halblang, zurück zur Swissair, wann hat das Ganze Desaster eigentlich angefangen?
Protzi: Also, ich meine, da als der Name geändert wurde, ging es so richtig los. Die hiessen ja nicht mehr einfach swissair, das tönt zwar schon englisch, sie mussten sich jetzt SAIRgroup nennen. Das heisst, sie haben eigentlich auf das Schweiz im Namen verzichtet.
Zyni: Aha, also damals haben die die Schweiz nicht mehr gebraucht? Aber jetzt soll die Schweiz diese Truppe von studierten Schönwetter-Kapitänen wieder finanzieren?
Realo: Ja, und dann kam ein unglaublicher Drang, möglichst viele Leute unter sich zu versammeln, man hat Firmen eingekauft. Auch die Belgier wissen heute, warum Sie die Schweizer nicht so mögen....
Protzi: Ja, aber die Sabena wäre ja damals schon Konkurs gegangen, wenn nicht die SAIR-Group geholfen hätte.
Zyni: Na und? Ist jetzt der Konkurs etwa schöner? Nein nur wir Schweizer sind jetzt noch Schuld am Debakel in Belgien. Also, genial gemacht, Herr Brugisser, als Retter auftreten und wenn's scheitert sind dann halt die Schweizer schuld!
Realo: Also, mit der Namensänderung hat begonnen, was heute gescheitert ist?
Protzi: Ja, ich glaube es ist so?
Zyni: Ja, da fiel die Identifikation, das Feuer weg.
Realo: Also ich kenne da noch so eine Firma, die mit Staatsgarantie lebt, die komische Personalentscheidungen trifft, die dazu noch fast ein Monopol hat und eben auch so einen, neueren Namen hat...
Protzi, Realo: Was noch ein solches Desaster steht uns bevor? Sag schnell den Namen dieser Institution, vielleicht können wir da noch etwas machen?
Zyni: Schon zu spät, das Desaster hat begonnen, so genannte Führungskräfte verwalten wieder fremdes Geld, kassieren selbst ab:
Der Name: früher ganz einfach Schweizer Fernsehen,
heute SRG Idée Suisse..................
Realo, Protzi: Ähem, wir müssen jetzt gehen, tschou.
Bis zum nächsten Mal...
Botschafts - Informationen
Zyni, Protzi und Realo treffen sich in unregelmässigen Abständen an der Kauz-Bar um über Gott und die Welt, das Internet und die Informatik zu plaudern.
Protzi: Jetzt platzt mir gleich der Kragen!
Zyni: Hallo Protzi, wo drückt der Schuh?
Protzi: Wir haben nur noch Pfeiffen als Bundesräte. Die hören nur darauf, was die Medien sagen, die handeln so, wie der Blick will.
Realo: Nein, so eng kannst Du dies sicher nicht betrachten.
Protzi: Jetzt stellt doch der Deiss den Borer frei. Er manifestiert damit gerade zu die Macht der Medien.
Zyni: Ja, jetzt ist es natürlich schon so, dass eine Bewerbung für den Botschafter-Posten in Deutschland zuerst der Boulevard-Presse eingereicht werden muss. Nur so kann sichergestellt werden, dass die knallharten Polit-Manager nicht in den Entscheidungs-Notstand kommen.
Realo: Was der Botschafter in Berlin in seiner Freizeit tut, kann uns allen egal sein. Wenn er uns in Deutschland noch gut verkauft, also die Schweiz meine ich, dann umso besser.
Zyni: Wir haben ja keine Probleme mit unserem Ruf im Ausland. Die bilateralen Verhandlungen mit der EU laufen so flott, dass Sie diese Woche wieder abgebrochen werden mussten, die Anflugstrecke über Deutschland für den Flughafen Kloten beschäftigt ja kaum noch jemand, die Geschichte mit der Integration von Ausländern beschäftigt auch niemand. Also können wir es uns doch leisten, einen Bundesrats - und Mediengenehmen-Kanditaten als Oberlangweiler nach Berlin zu senden.
Realo: Halt, halt. Es gibt ja auch im Bundesrat gute Leute, die nicht langweilen.
Protzi: Ja, da hast Du recht! Die meisten sind wie eine Wundertüte: Da hat doch der Leuenberger glatt gesagt, dass das EDA (Auswärtigen Depp.. ähh Departement) falsch gehandelt habe, in Sachen Borer. Aber man dürfe die Macht der Medien nicht unterschätzen. Man habe Sie in seinem Departement für Verkehr auch schon gezielt angewendet, man habe einen internen Brief bewusst an die Medien weitergeleitet.
Realo: Ja, und da bleiben alle ruhig? Ja, weil die Medien ja gar nicht drüber schreiben dürfen, sonst bekommen Sie ja in Zukunft gar keine staatlichen Infos mehr.
Zyni: Jetzt verstehe ich einiges! Zuerst wird ein vorlauter und aufdeckender Fernsehsender kalt gestellt. Tele24 hätte ich der Affäre Borer bestimmt auch noch etwas zu sagen gehabt. Als Schawinsky jetzt durch den alt 68er Leuenberger zum Schweigen gebracht wurde, kann sich der Herr Bundesrat Leuenberger getrost auch verplappern in der Medienkonferenz, Ausser Schawinsky traut sich ja eh kein Journalist an die bundesrätliche Weste!
Realo: Also konkret gesagt, die klassische Trennung der Gewalten in unserem Staate ist erweitert worden:
Legislative als Gesetzgebende
Exekutive als Gesetzausführende
Justizia als Gesetzüberwacher
Medien als Meinungsmacher
Protzi: Fast genau! Aber schau Dir doch mal die Abhängigkeiten an:
Wer stellt einen Richter ein? In der Regel die Exekutive! Also mach mal eine Klage gegen ein Mitglied der Exekutive. Kaum ein Richter wird sich gegen seinen Arbeitgeber stellen!
Realo: Ja, aber es gibt doch genügend Fälle, die öffentlich wurden, wo ein Gemeindeschreiber, ein Gemeinderat oder sonst ein hohes Tier verurteilt wurde.
Protzi: Gut erkannt Realo! Also, du siehst jetzt ein, wenn etwas öffentlich wird, kann der Staat nicht mehr anders, als sogar seine Mitglieder zu verurteilen. Wer macht nun etwas öffentlich? WER wohl?
Zyni: Meinst Du etwa die Medien?
Realo: Ja, ich glaube unser Protzi meint die Medien! Und irgendwie dämmert mir irgendetwas?
Protzi: Ich kenne das Gefühl der Dämmerns: Du meinst jetzt sicher, dass wer in der Exekutive sitzt sich schön brav zu den Medien verhalten soll. Sonst könnte es ja sein, dass diese allfällige Schandtaten der Staatsverwalter an die Öffentlichkeit bringt, Und dann kann nicht mal mehr der Freund und Richter mehr etwas tun!
Realo: Also, wenn ich es jetzt recht überlege, könnte es sein, dass....
Zyni: dass die Medien die allererste Macht im Lande sind?
Protzi: Klar, habe ich ja schon immer gesagt.
Realo: Aber wie kommt man da wieder raus?
Protzi: Im Osten Europas hat man es im letzten Jahrhundert versucht, mit einer Zensur alle Medien gefügig zu machen. Dies ist ja gescheitert. Heute wüsste ich eigentlich nicht so recht, wer denn die Zensur-Stelle sein könnte. Denn diese hätte ja sofort wieder alle Macht im Lande:
Realo: Klar, weil die ja über der höchsten Instanz, den Medien thronen würde.
Zyni: Also was funktioniert nun wirklich?
Protzi: nachdenklich (ungewohnt); Ich glaube, wir sollten uns etwas weniger von Informationen berieseln lassen, Informationen etwas kritischer betrachten, und uns unsere eigene Meinung bilden. Nicht die Meinung der Boulevardpresse macht mich selbstsicher, sondern meine eigene Meinung!
Realo, Zyni: Ähem, wir müssen jetzt gehen, tschou.
Bis zum nächsten Mal...