Nr. 19 vom 10. Dezember 2002



Der KauzLetter Ausgabe 19

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Der KauzLetter Nr. 19 vom . Dezember 2002
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Das Inhaltsverzeichnis
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1. Die Einkaufstipps für Weihnachten
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Dieser etwas aussergewöhnliche KauzLetter hat zwei Besonderheiten:
1. Meine Äusserungen über Politik (aus aktuellem Anlass)
2. Geschenk-Tipps für Weihnachten (auch aus aktuellem Anlass)
Und wieder waren Wahlen.
In Deutschland wurde das Parlament neu gewählt, in der Schweiz musste ein Ministerposten neu besetzt werden.
Zwei Nachbar-Staaten mit den unterschiedlichsten Ausgangslagen und verschiedenen Formen der Demokratie. In Deutschland werden die Volksvertreter durch das Volk gewählt, da gibt es Fernsehduelle, Marktstände mit lustigen und kreativen Werbegeschenken, Kaffee und Kuchen.
In der Schweiz wählen wir auch die Volksvertreter.Die Volksvertreter wählen dann die Minister. Soweit so gut. Mein Grundverständnis für Demokratie lautet: Die Mehrheit bestimmt den Kurs. Lassen wir die Sache mit den tiefen Wahlbeteiligungen mal weg.
Da also die Parlamentarier nicht die Mehrheit des Volkes sind, sondern deren beauftrage Vertreter, dürfen diese in einer funktionierenden Demokratie nicht den Kurs bestimmen. Aber sie sind richtungsweisend. Wir, das gemeine Volk, kennen das Werkzeug des Referendums (wenigstens in der Schweiz). Mit diesem Werkzeug können die Eidgenossen den Parlamentarier "das Handwerk" legen. Und wenn die Parlamentarier mal etwas nicht so tun wie die Mehrheit der Schweizer dies will, dann gibt es die Möglichkeit der Initiative. Also, immer die Mehrheit entscheidet.
In Deutschland hat eine sozial-grüne Mehrheit gewonnen. Die konservativ-liberalen bleiben in der Minderheit. Die einen haben den Auftrag des Volkes erhalten, zu regieren, die anderen haben die Aufgabe, die Regierungstätigkeit zu kontrollieren. Und was tun die jetzt wirklich? Sie schauen nicht mehr aufs Volk, sondern nur noch auf die Verträglichkeit Ihrer Äusserungen auf die jeweilige Gegenpartei.
Die vergessen doch glatt zu regieren, sind aber trotzdem jeden Tag in allen Medien. Dies ist Marketing pur. Einen Tag nach der Wahl beginnt der Wahlkampf für die die nächste Wahl, die jedoch wieder von aktuellen Ereignissen in vier Jahren geprägt wird.
Also, die Wähler vergessen schnell, wenn kurz vor der Wahl wieder eine Hochwasser-Katastrophe ist. Dann gilt nur noch die aktuelle Medienpräsenz mit Gummistiefeln und Regenjacke, die gekonnt die Krawatte versteckt und diese trotzdem hervorblitzen lässt. Damit wird jedem zuhause gezeigt, dass man sich um die Mitmenschen kümmert (Gummistiefel), aber trotzdem über der Sache steht (Krawatte). Kurz gesagt: der Wahlkampf ist nicht eine Bewertung der vergangenen Amtsperiode oder eine Aussage über die bevorstehenden Aufgabenbewältigung. Der Wahlkampf findet im aktuellen Geschehen statt. Und das Schlachtfeld ist die heimische Glasfront (TV). Nicht Macher und Feuerentfacher sind gefragt, sondern Glasfront-Artisten, medientaugliche, rhetorische Nichtssager.
Da haben wir es in der Schweiz schon viel einfacher! Oder etwa nicht? Die Ersatzwahl für die austretende Ministerin war kabarettistische Unterhaltung in seiner schönsten Form.
Die MinsterAemter sind auf die Parteien aufgeteilt. Also die Partei A hat zwei Bundesräte, die Partei B hat einen Bundesrat, einfach bis die sieben Bundesrats-Posten verteilt sind. Dabei spielt die Mehrheit der Wählerstimmen pro Partei eine untergeordnete Rolle. Dieses ungeschriebene Gesetz
(Zauberformel) hat einfach Tradition. Ist ja auch so liebenswert, die kleine Schweiz mit den lustigen Traditionen, Heidi und Zauberformel. Nun die Ersatzwahl, brachte es an den Tag. Die zurücktretende Ministerin gehörte der Parte A an. Logisch nun, dass die Nachfolge auch aus des Partei A stammen muss. Die Partei A hat darauf auch sofort eine Kandidaten-Selektion vorgenommen und der vereinigten Bundesversammlung als Wahlgremium für Minister zwei Kandidatinen vorgeschlagen. Ja, auch die Frauenquote muss vertreten sein, natürlich.
Variante 1: Kandidatin, politische Erfahrung, stammt aus der Westschweiz, Mitglied der Partei A Variante 2: Kandidatin, politische Erfahrung, stammt aus der Westschweiz, Mitglied der Partei A
Ja, Sie haben richtig gelesen:
Beide Vorschläge sind identisch, einfach die Frisuren wechseln. Und wir sind in der demokratischen Schweiz.
Partei B hat darauf einen Gegenkandidaten aufgestellt. Einen sogenannten Sprengkandidaten. Eine komische Bezeichnung in Zeiten von Selbstmordattentätern.
Wie zu erwarten war, fiel dieser bereits in den ersten Wahlgängen aus dem Rennen. (Die Wahl erfolgt nach dem Prinzip: der Schlechteste scheidet aus, bis nun noch der Sieger übrigbleibt, wie früher bei Cäsar in den Arenen..) Die Partei B hat darauf Ihren Mitgliedern empfohlen, keine der beiden Alternativen der Parte A zu bevorzugen, sonder Stimmenthaltung zu üben. (Für unsere Leser aus Deutschland: In der Schweiz dürfen die Parteimitglieder auch gegen die Parteimeinung stimmen! Die dürfen sogar bei lustigen Sprüchen der Gegenpartei lachen!) Wie zu erwarten war, wurde nun die Variante 1 oder 2 der Partei A gewählt. Ich weiss nun nicht mehr genau ob es Kanditatin 1 oder 2 war. Spielt ja auch keine Rolle. Lustig ist, dass die Parte B wegen Ihres Verhaltens gerügt wurde.
Was lernen wir daraus?
1. Demokratie ist auch dann, wenn keine wirklichen Varianten vorhanden sind. 2. Demokratie ist dann, wenn man innerhalb der 4 Wochen vor den Wahlen irgendwann in den Medien auftaucht. (Gummistiefel und Krawatte nicht
vergessen!)
3. Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen, es gibt einfach keine Bessere. (Karl Marx Twain oder so...)
So nun wieder zu den kirchlichen und wirtschaftlichen Themen des aussergewöhnlichen KauzLetters. Dies heisst zu den Geschenktipps.
Ich wünsche Euch allen eine erfolgreiche und ruhige Weihnachtszeit.
Cornelio Kauz
Hier sind nun meine Vorschläge, um den Liebsten eine Freude zu machen:
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Und geniessen Sie die Adventszeit in vollen Zügen.
Mit freundlichen Grüssen
Cornelio Kauz